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Die richtige Ernährung bei Leberkrankheiten auf Kochrezepte.de

 

Leberkrankheiten: Was darf ich essen?

Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Nährstoffen (Fette, Kohlenhydrate und Eiweiß) hat nachweislich Einfluss auf das Risiko und den Verlauf einer Lebererkrankung. Diese zählen in Deutschland zu den Volkskrankheiten: Mindestens fünf Millionen Menschen in Deutschland tragen eine mehr oder weniger starke Lebererkrankung in sich, häufig unbemerkt. Wird einmal das Stadium der Leberzirrhose erreicht, können schwere Komplikationen, beispielsweise eine Leber-Hirn-Störung, auftreten.

Am Donnerstag, den 13.11.2014 wird die Initiative „Lichtblicke“ unter der Telefonnummer 0800 – 000 57 80 eine Telefonaktion durchführen, bei der Ihnen medizinische Experten in der Zeit von 17.00 bis 19.00 Uhr für Ihre Fragen zu Leberkrankheiten kostenlos zur Verfügung stehen.

Was ist eine „gute“ Ernährung für die Leber?

Was ist eine „gute“ Ernährung für die Leber?
Eine leberschonende Ernährung unterscheidet sich kaum von einer ausgewogenen Ernährung eines gesunden Erwachsenen. Alkohol und einige Nahrungsmittel sollte man meiden. Besonders Fast Food (zum Beispiel Hamburger und Pommes), Süßigkeiten und Chips enthalten sehr viel Fett, Salz und Zucker. Diese Zutaten beanspruchen die Leber stark. Weitverbreitete Empfehlung ist, die Eiweißzufuhr zu drosseln. Aus ärztlicher Sicht ist dies ein veralteter Ratschlag. Ist die Leber trotz Erkrankung noch funktionsfähig, sollte man besser darauf achten, dass die Nahrung genügend Eiweiß und Kohlenhydrate enthält. Um den Balanceakt zwischen Eiweißzufuhr und fettarmem Essen zu meistern, empfehlen sich pflanzliche Eiweißlieferanten, beispielsweise Nüsse, Getreide und Soja, oder mageres Fleisch und Fisch. Ebenfalls gut sind fettreduzierte Milchprodukte wie fettarmer Quark, Joghurt oder Milch. Ziel sollte sein, pro Tag und pro Kilogramm Körpergewicht 0,8 Gramm Eiweiß zu sich zunehmen.

Ein Beispiel:
Mann, 80kg, Bedarf an Eiweiß 64g, entspricht etwa 200g Forellenfilet
Frau, 60kg, Bedarf an Eiweiß 48g, entspricht etwa 200g Linsen


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Warum ist die Leber so wichtig?

Warum ist die Leber so wichtig?
Die Leber ist ein Organ mit sehr vielen Aufgaben. Sie steuert und regelt den gesamten Stoffwechsel und Nährstoffhaushalt. Zucker, Fette und Vitamine werden eingelagert, Schadstoffe und Gifte werden aus dem Blut gefiltert. Eiweiß, das für die Blutgerinnung und den Muskelaufbau wichtig ist, wird hier produziert. Auch macht sie dem Körper fremde Eiweißstoffe „bekannt“ und beugt so allergischen Reaktionen vor. Kann die Leber ihren vielfältigen Aufgaben nicht mehr nachkommen, ist dies lebensbedrohlich. Allerdings: Die Leber ist ein Regenerationskünstler und kann sich eine lange Zeit immer wieder von Schäden, zum Beispiel durch Alkohol, recht gut erholen.

Aber diese Fähigkeit hat Grenzen. Eine Lebererkrankung durch ständige Schädigung beginnt mit vernarbendem Gewebe. Hält die Schädigung unverändert an, ist die Leber irgendwann nicht mehr fähig, sich zu erholen. Dann kommt es zur Leberzirrhose. Nun können weitere Komplikationen auftreten: zum Beispiel Wasserbauch, Blutungen an der Speiseröhre oder die Leber-Hirn-Störung. Die Leberzirrhose und ihre Komplikationen entstehen nicht über Nacht. Durch ihre Regenerationsfähigkeit kann die Leber jahrzehntelang still leiden, ehe es zu einer lebensbedrohlichen Situation kommt.

Das sind die wichtigsten Lebererkrankungen

Das sind die wichtigsten Lebererkrankungen
Die Fettleber
Man unterscheidet zwischen einer nicht-alkoholischen und einer alkoholischen Fettleber. Wie der Name schon sagt, entsteht die alkoholische Form durch jahrelangen Alkoholmissbrauch. Falsche und fettige Ernährung dagegen verursachen eine nicht-alkoholische Fettleber. In Deutschland ist sie eine sogenannte „Wohlstandskrankheit“ und tritt sogar schon bei Kindern auf.

Die Hepatitis
Unter Hepatitis versteht man eine Entzündung der Leber. Sie kann durch eine Fettleber verursacht werden, wird aber häufig auch durch Viren ausgelöst. Im Volksmund heißt sie oft Gelbsucht, weil zu den äußeren Merkmalen gelbliche Haut und gelb unterlaufene Augen zählen.

Es gibt eine Vielzahl von Hepatitis-Viren, deren Verbreitung regional stark unterschiedlich sein kann. In Deutschland sind besonders die Hepatitis Typen A, B und C verbreitet. Bei der Hepatitis handelt es sich um eine sogenannte Tröpfcheninfektion, das heißt sie überträgt sich durch den Austausch von Körperflüssigkeit von Mensch zu Mensch.

Leberzirrhose
Werden die oben genannten Krankheiten nicht oder nicht ausreichend behandelt, droht dem Patienten eine Leberzirrhose. Spätestens dann kann die Leber ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen.

Leber-Hirn-Störung
Die Leber-Hirn-Störung (LHS) ist eine häufige Komplikation der Leberzirrhose. Bei der Verdauung von Nahrung im Darm entsteht Ammoniak. Dieses Gift wird von einer gesunden Leber abgebaut - eine stark geschädigte Leber kann dies nicht mehr. Ammoniak gelangt dann ins Gehirn. So kommt es zur LHS, in Fachkreisen hepatische Enzephalopathie genannt. Beschwerden im ersten Stadium sind Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen, Gedächtnis und Reaktionsfähigkeit sind eingeschränkt und es ist möglich, dass feinere Handarbeiten schwer fallen. Allmählich werden die genannten Beschwerden stärker. Patienten haben eine verwaschene Aussprache, zittrige Hände und Bewegungen werden langsamer. Auch schlafen sie viel. Diese Beschwerden treten in Schüben auf und werden von Mal zu Mal schlimmer. Im weiteren (unbehandelten) Verlauf der LHS leiden Patienten unter Orientierungslosigkeit, Gefühlsleere, erhöhter Muskelanspannung oder –steife und unkontrolliertem Harn- und Stuhlverlust. Im letzten Stadium kommt es zu Bewusstlosigkeit ohne Schmerzreaktion (Koma).

Seit einiger Zeit gibt es in Deutschland eine neue Behandlungsmöglichkeit. Ein Antibiotikum, das nur im Darm wirkt (Fachleute sprechen von „darmselektiv“), tötet die Ammoniak-bildenden Bakterien ab und verhindert dadurch neue Schübe der LHS. Dieses Medikament kann auch langfristig eingesetzt werden. Dies ist besonders wichtig, um einer weiteren Verschlechterung der Hirnleistung vorzubeugen. Patienten können die kleinen Dinge des täglichen Lebens wieder besser meistern, was ihre Lebensqualität erheblich steigert.

Die Initiative „Lichtblicke“ bietet eine kostenlose Broschüre mit allem Wissenswerten rund um die Leber-Hirn-Störung an. Sie kann bestellt werden unter 


Die Initiative „Lichtblicke“ bietet eine kostenlose Broschüre mit allem Wissenswerten rund um die Leber-Hirn-Störung an. Sie kann bestellt werden unter:





 
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