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Übergewichtige Mütter: Gen-Mutationen während der Schwangerschaft! auf Kochrezepte.de

 

Übergewichtige Mütter: Gen-Mutationen während der Schwangerschaft!

Übergewichtige Mütter: Gen-Mutationen während der Schwangerschaft!
Ernährung in der Schwangerschaft spielt eine wichtige Rolle. Forscher sind sich bei diesem Thema einig: Übergewicht bei Schwangeren kann schwerwiegende Folgen für die Kinder haben. In Deutschland ist jede dritte bis vierte Frau im gebärfähigen Alter übergewichtig (BMI über 25) oder fettleibig (BMI über 35). Das Problem für die Gesundheit des Landes ist daher eines von immenser Größe. Sowohl Aufklärung als auch gesundheitspolitische Maßnahmen sind daher dringend nötig – wenn sie überhaupt Abhilfe schaffen können.


 Das Übergewicht der Mutter beeinträchtigt dieGesundheit des Nachwuchses – bis hin zurGen-Mutation.Foto: ffoto29 – 95661220 / Shutterstock.com
Das Übergewicht der Mutter beeinträchtigt die
Gesundheit des Nachwuchses – bis hin zur
Gen-Mutation.
Foto: ffoto29 – 95661220 / Shutterstock.com
Jan Däbritz, Vizechef der Kinder- und Jugendklinik der Universitätsmedizin Rostock und Ernährungsexperte, sagt: „Die Schwangere ist in der Pflicht.“ Für ihn müssen aber auch Frauenärzte in die Pflicht genommen werden, die auf die Bedeutung der Ernährung hinweisen müssen. Eine australische Studie hat derweil ergeben, dass Schwangere, die übergewichtig oder fettleibig sind, ihren Lebensstil verändern können – ohne sich oder dem Kind zu schaden. Aber: „Idealerweise sollten übergewichtige Frauen ermuntert werden, abzunehmen, bevor sie schwanger werden,“ appelliert die norwegische Forscherin Katrine Mari Owe. Bewegung in Verbindung mit einer sogenannten Low-Carb-Ernährung etwa ist eine beliebte Methode, die Kilos schnell runter zu bekommen. Einfache Rezepte ohne Kohlenhydrate, die dabei helfen, gibt es genug.

Übergewicht der Mutter gefährdet Kinder – Bluthochdruck, Infarkte, Diabetes, Gen-Mutation

Übergewicht der Mutter gefährdet Kinder – Bluthochdruck, Infarkte, Diabetes, Gen-Mutation Umfrage zur gesunden Ernährung: 20% der Deutschen legen Wert auf eine gesunde Ernährung, auch wenn dadurch höhere Kosten entstehen.   Bildquelle: eigene Darstellung
Umfrage zur gesunden Ernährung: 20% der Deutschen legen Wert auf eine gesunde Ernährung, auch wenn dadurch höhere Kosten entstehen. Bildquelle: eigene Darstellung
Die Gefährdung des Kindes durch Übergewicht der Mutter ist wissenschaftlich erwiesen und durchaus ernstzunehmen, wie auch Jan Däbritz betont: „Studien belegen, dass an der Einschätzung, dass übergewichtige Mütter auch übergewichtige Kinder haben, durchaus etwas dran ist.“ Für den Nachwuchs können die Folgen im Erwachsenen-Alter Bluthochdruck, Infarkte oder Diabetes sein.

Das liegt an der sogenannten metabolischen Programmierung. Diese besagt, dass Inhaltsstoffe von Lebensmitteln zu genetischen Veränderungen führen. Diese Veränderungen können Einfluss auf das Ablesen von Genen haben – wenngleich sie nicht weitervererbt werden. Doch das Phänomen hat Auswirkungen auf die Produktion von Proteinen und Enzymen im Körper. Einzelne Lebensmittel könne man dabei nicht als „schlecht“ bezeichnen, so Däbritz. Das Problem liegt eher im allgemein ungesunden Ernährungsverhalten sowie ein durch die Nahrung aufgenommenes viel zu hohes Energieangebot.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) teilt Däbritz Ansicht. Starkes Übergewicht während der Schwangerschaft erhöhe auch das Risiko für Komplikationen bei der Geburt bei Mutter und Kind. Zudem ergänzt DGE-Sprecherin Antje Gahl: „Schwangere müssen auch nicht für zwei Essen.“ Das sei zwar ein weit verbreitetes Vorurteil, doch so viel mehr Energie werde in der Schwangerschaft nicht gebraucht. Auch für ihre Begriffe beginnt Prävention daher bereits im Mutterleib.

Übergewicht steigert Wahrscheinlichkeit von Schwangerschaftsdiabetes

Übergewicht steigert Wahrscheinlichkeit von Schwangerschaftsdiabetes Schwangerschaftsdiabetes: eine häufigeErkrankung in d. SchwangerschaftFoto: ImagePointFr–174168779/Shutterstock
Schwangerschaftsdiabetes: eine häufige
Erkrankung in d. Schwangerschaft
Foto: ImagePointFr–174168779/Shutterstock
Neben den potenziellen genetischen Veränderungen durch die metabolische Programmierung ist Übergewicht auch ein Auslöser für Schwangerschaftsdiabetes. Diese ist eine der häufigsten Begleiterkrankungen der Schwangerschaft. Die Definition von Schwangerschaftsdiabetes ist, dass die Kohlenhydrat-Stoffwechselstörung erstmals während der Schwangerschaft erkannt und diagnostiziert wird, also keine Diabetikerinnen, die schwanger werden. Dass einen unerkannten Diabetes bereits vor der Schwangerschaft vorlag, kann man aber natürlich nie ausschließen. Die Krankheit ist – insbesondere unbehandelt – vor allem für das ungeborene Kind gefährlich. Während die betroffenen Frauen selber ein erhöhtes Risiko für Harnwegsinfekte, Bluthochdruck und Schwangerschaftsvergiftungen aufweisen, kann es bei der Geburt zu Komplikationen kommen. Es kommt häufiger zu Frühgeburten und übermäßig großen Babys, die dann meist per Kaiserschnitt zur Welt gebracht werden müssen. Einmal diagnostiziert, empfiehlt es sich, Schwangerschaftsdiabetes durch eine fettarme und ballaststoffreiche Diät zu behandeln. Vor allem Nahrungsmittel mit hohem Anteil komplexer Kohlenhydrate, wie etwa Reis, Nudeln und Kartoffeln, können helfen.

Studie in Schweden: Elf Prozent der toten Neugeborenen auf Übergewicht zurückzuführen

Doch auch generell ist Übergewicht ein Problem, auch ohne Schwangerschaftsdiabetes ist die Kindersterblichkeit bei übergewichtigen Müttern deutlich höher. Eine schwedisch-amerikanische Forschergruppe hat zu diesem Thema einen großen Datensatz ausgewertet. Sie nahmen die Fälle, bei denen Schwangerschaftsdiabetes auftrat heraus – und stellten dennoch einen Zusammenhang zwischen Übergewicht und Kindersterblichkeit fest. Insgesamt konnten die Wissenschaftler bei ihrer Langzeit-Studie bei normalgewichtigen Frauen eine Kindersterblichkeit von 0,24 Prozent feststellen. Bei übergewichtigen Frauen waren es schon 0,3 Prozent, bei fettleibigen Müttern gar 0,58 Prozent. Elf von 100 Todesfällen bei Neugeborenen in Schweden könnten laut der Studie auf Übergewicht zurückgeführt werden – falls der ursächliche Zusammenhang tatsächlich besteht. Endgültig beweisen kann die Studie dies nämlich nicht.

Ist Übergewicht immer schädlich? – „Die Dicken leben länger als die Dünnen!“

Ist Übergewicht immer schädlich? – „Die Dicken leben länger als die Dünnen!“ Übergewichtige sind gesünder – zu diesem Ergebnissind auch schon so manche Studien gekommen.Bild: bikeriderlondon – 145266928 / Shutterstock.com
Übergewichtige sind gesünder – zu diesem Ergebnis
sind auch schon so manche Studien gekommen.
Bild: bikeriderlondon – 145266928 / Shutterstock.com
Andere Studien derweil rütteln am Bild, das Übergewicht grundsätzlich gesundheitsschädlich ist. Die US-amerikanischen Forscherin Katherine Flegal etwa untersuchte schon 2007 Sterberegister und kam zu dem Schluss, dass leicht Übergewichtige ein niedrigeres Risiko hätten, an verschiedenen Krankheiten zu sterben. In einer weiteren Forschungsarbeit, für die sie die Daten von 2,88 Millionen Menschen ausgewertet hat, kommt sie zu dem Ergebnis, dass übergewichtige Menschen ein sechs Prozent niedrigeres Sterberisiko als normalgewichtige haben, leicht fettleibige (BMI 30-35) immer noch fünf Prozent. Nur bei Fettleibigen (BMI über 35) steigt das Risiko demnach um 29 Prozent an.

Auch der Lübecker Mediziner Achim Peters kommt zum Ergebnis: „Die Dicken sind viel gesünder als die Dünnen!“. Hintergrund seiner Studie ist die Erkenntnis, dass Übergewichtige besser in der Lage sind, ihr Gehirn in Stresssituationen mit Nährstoffen zu versorgen. Nach Peters reagieren Menschen auf stressvolle und unsichere Umgebungen auf zwei Arten: Die einen essen und werden dick. Die anderen verweigern Essen und werden dünn. Letztere werden dann richtig krank. „Die Dicken sind im Vergleich mit den Dünnen viel gesünder“, so Peters.




 
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